Premiere 27.02.2018
ATMEN
von Duncan Macmillan
Deutsch von Corinna Brocher

Regie und Bühne: Domagoj Maslov
Musik: Benedikt Zimmermann
Licht: Hans-Peter Boden
Bühnenbau: Alex Ketterer

Mit: Agnes Decker und Benedikt Zimmermann

Produktion und Veranstalter: GbR Schöfl u.a. "Atmen“


„Ich könnte sieben Jahre lang jeden Tag nach New York und zurück fliegen, und mein CO2-Fußabdruck wäre immer noch nicht so groß, wie wenn ich ein Kind kriege.“


In der IKEA-Schlange wartend überfällt es ein modernes, umweltbewusst-reflektiertes Großstadt-Paar um die 30 plötzlich aus heiterem Himmel:

CO2-Ausstoß, Klimawandel, Umweltkatastrophen, Überbevölkerung, Welthunger - sollte man angesichts dieser globalen Großprobleme tatsächlich ein Kind in die Welt setzen? Oder nicht lieber weiterhin Fairtrade-Kaffee kaufen, gute Bücher lesen, kleine Arthouse-Filme unterstützen, ein paar Bäume pflanzen und seinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten?
Andererseits: Was, wenn genau dieses Kind später einmal die Lösung für die dringlichsten Probleme der Menschheit fände?

Der „Baby-Konflikt“ reißt beide Figuren schnell in einen anhaltenden Strudel aus Distanz und Nähe – es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, die ihren Lebensentwurf auf den Kopf stellt und von missglückten Empfängnisversuchen über Fehlgeburt und Trennung bis zur Versöhnung und weiter führt.

In rasantem Tempo gleitet ATMEN wie ein filmisches Close-Up voller Humor und warmherziger Ironie durch ein ganzes Menschendasein, überspringt zwischen zwei Einwürfen immer wieder mehrere Tage, Wochen, Jahre und reiht in schnellen, cineastischen Schnitten alle wichtigen Stationen des Lebens vom Verliebtsein bis zum Tod naht- und übergangslos aneinander.

Ein atemloser Dialog über Liebesbeziehungen, den Zustand der Welt und die Suche nach unserem Platz in beidem.

Duncan Macmillan, geboren 1980, ist ein englischer Autor und Regisseur, der sich in seinen Stücken vor allem sozialpolitischen Themen widmet.

ATMEN wurde 2011 am Studio Theatre in Washington D.C. uraufgeführt und 2013 bei den Off West End Awards mit dem Preis für das beste neue Stück ausgezeichnet.
Die deutsche Erstaufführung fand 2013 unter der Regie von Katie Mitchell in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin statt.


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats
der LH München






  Foto: Tomek Wieczor