DER GUTE TOD
von Wannie de Wijn
Deutsch von Stephan Lack

Regie: Jochen Schölch
Bühne: Thomas Flach
Kostüme: Sanna Dembowski
Licht: Hans-Peter Boden
Dramaturgie: Katharina Schöfl

Bernhard: Butz Buse
Michael, Bernhards jüngerer Bruder: Christoph von Friedl
Ruben, Bernhards jüngster Bruder: Sebastian Griegel
Sam, Bernhards Tochter: Sophie Rogall
Hannah, Bernhards Geliebte: Lilly Forgách
Robert, Bernhards Freund und Arzt: Nikolaus Frei

Produktion und Veranstalter: GbR Jabinger u.a. "Der Gute Tod"

Bernhard ist krank, er will sterben; am morgigen Tag um neun Uhr, selbstbestimmt, mit Hilfe seines befreundeten Arztes.
Zur Verabschiedung kommt die Familie im Haus zusammen: Bernhards Tochter, seine zwei Brüder und seine Lebensgefährtin, die vor langer Zeit auch einmal die Freundin des Bruders war, was die Dinge nicht gerade einfacher macht.

Während Bernhards verbleibende Lebenszeit unaufhörlich zerrinnt, versucht jeder für sich einen Weg zu finden, mit Bernhards Entschluss umzugehen. Nicht allen gelingt dies gleich gut. Erinnerungen, vergangene Zwistigkeiten, alte und neue Ängste, Zu- und Abneigungen brechen sich unter der Oberfläche des geübten Small Talks Bahn, und doch bleibt jeder Einzelne angesichts der übermächtigen Situation letztlich stumm. Nur der autistische, jüngste Bruder stellt die Fragen zum Tod, vor denen alle anderen zurückschrecken. Antworten auf diese Fragen bekommt aber auch er nicht.

Nach einem langen, gemeinsamen Abend voller heiterer, humorvoller und trauriger Momente bricht langsam der Morgen an...

Wannie de Wijn, geb. 1961, hat mit DER GUTE TOD ein nachdenkliches Stück zum Thema Sterbehilfe geschrieben, das vor allem dem Bemühen der Angehörigen nachspürt, die Entscheidung eines nahestehenden Menschen für einen selbstbestimmten Tod annehmen und aushalten zu können.


Stückdauer: ca. 90 MInuten / keine Pause


Pressestimmen:

„Man sitzt ganz still, fast atemlos, zutiefst verwundert, wie schwerelos Hausherr Jochen Schölch uns dieses existenziell gewichtige Thema nahebringt. (...) Nun erleben wir (...), wie diese fünf Menschen, die wir selbst sein könnten, in Unverständnis-Panik geraten, mit Worten gegen die Wand rennen, aus der inneren Spannung heraus alte, ungute Gefühle hochkommen lassen und schmerzverdrängend schrill Party feiern. (...) Rollen, die nicht besser besetzt sein könnten (...). Man meint zu spüren, wie Schölch mit seinen Schauspielern vor allem auf eine authentische, innere Haltung hingearbeitet hat - sie wirken alle echt. (...) dieser Abend, der ohne Larmoyanz auskommt, der Schölchs hohe Kunst beweist, das Verstreichen der Zeit lautlos und heilsam zu inszenieren, ist ein einmaliger Abend zum Nachdenken." (Münchner Merkur)

"Den Beginn des Stücks lässt Schölch rasant spielen, es ist ein schnelles Hin und Her der Sätze wie im besten Boulevard. Jegliche Stille könnte ja Raum für aufbrechende Gefühle geben, für das, was unter den Worten liegt. (...) De Wijn interessiert sich dafür, wie die Familie mit dem nahenden Ende umgeht, tippt Spannungsfelder an (...).Schölch wirft ganz traditionell die Illusionsmaschine des Theaters an, erzeugt mit Rollenspiel und subtiler Regie ein Gefühl von Realität, dem man sich gerade am Ende (...) nicht entziehen kann. Das ist kein Eskapismus, sondern ein starkes Plädoyer für die Sterbehilfe." (AZ)

"So ist es richtig, dass Sterbehilfe auch im Theater stattfindet. Und Schölch geht wieder einmal souverän mit schwierigen Lebensthemen wie diesem um. (...) der unverstellte Blick auf das Thema und das unsentimentale Spiel lassen den Abend (...) zu einer runden Angelegenheit werden, gesellschaftliche Relevanz inklusive." (SZ)


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats
der LH München



        

  Fotos: Jean-Marc Turmes

> Q&A mit Jochen Schölch