DRAUSSEN VOR DER TÜR
von Wolfgang Borchert

Regie, Bühne, Kostüme, Dramaturgie: Philip Lemke,
Philipp Rosenthal, Nora Schulte

Licht: Benjamin Schmidt

Mit: Philip Lemke, Philipp Rosenthal, Nora Schulte

Produktion und Veranstalter: GbR Schöfl u.a.
"Draußen vor der Tür"


Der Kriegsheimkehrer Beckmann kommt nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück. Immer noch traumatisiert von seinen Erlebnissen als Soldat im 2. Weltkrieg und getrieben von den Fragen nach Moral und Verantwortung, muss er sehen, wie die Menschen ihr normales Leben wieder aufgenommen und die unbequeme Vergangenheit so gut wie möglich verdrängt haben.
Jede einzelne Begegnung, ob mit seinem ehemaligen Vorgesetzten im Krieg, ob mit dem Kabarettdirektor, bei dem er für eine Anstellung vorspricht, oder der Nachmieterin seiner inzwischen verstorbenen Eltern, lässt Beckmann alleine und ohne Antworten zurück.
So bleibt er der von der Gesellschaft ausgespuckte, nicht mehr integrierbare Außenseiter, der ein ums andere Mal draußen vor der Tür abgewiesen wird, denn Verantwortung für das Geschehene will keiner übernehmen.

Nora Schulte, Philip Lemke und Philipp Rosenthal, Studierende des Studiengangs Schauspiel der Theaterakademie August Everding/Hochschule für Musik und Theater, haben Borcherts berühmtes Nachkriegsdrama gemeinsam bearbeitet.
Die Auseinandersetzung mit dem Stück und seinen Themen - Krieg, Zerstörung, Flucht, Existenzangst, Abschiebung – ließ sie dabei mühelos die Brücke zum aktuellen Geschehen schlagen: Beckmanns Krieg ist nicht nur ein vergangener...

Stückdauer: ca. 60 Minuten / keine Pause


Pressestimmen:

"Und [ins Metropoltheater] passt [der Abend] prima hin, nicht nur aufgrund seiner Erzählweise - drei Leute spielen Beckmann und einen ganzen Wust von Nebenfiguren mit nichts als einer rostigen Blechtonne und den Verwandlungskünsten, die einem ein schlammfarbener Parka ermöglicht -, sondern auch, weil "Draußen vor der Tür" bei Lemke, Rosenthal und Schulte unglaublich spannend, bewegend und heutig ist - und ein Fest der Spiellust. Fast reibt man sich die Augen: Drei Studis im dritten (Philip Lemke) und vierten (Philipp Rosenthal und Nora Schulte) Jahr bearbeiten, inszenieren und spielen einen dazu noch selbst eingerichteten Klassiker der Theaterliteratur. Und man spürt in jedem Moment, dass es ihnen ein Anliegen ist, vom Schmerz eines innerlich zerrissenen Menschen zu erzählen und die Frage an uns weiterzugeben, wie wir es nach wie vor schaffen, das "Meer aus Toten" zu ignorieren und das Leid vor unseren Türen. (...) Sie machen es (...) gut, diese drei, mit einem prima Timing der Einzelaktionen und Szenen, einer stupenden Dramaturgie der Blicke (...)." (SZ)

"Wie in einem großen Atemzug durchgespielt ist hier Wolfgang Borcherts 'Draußen vor der Tür'. (...) Philip Lemke, Philipp Rosenthal und Nora Schulte (...) haben klug das innere, das verzweifelt anklagende Vorwärtsdrängen dieses Heimkehrerdramas erkannt (...). Jochen Schölch holte das von Stückwahl und -fassung bis Regie und Spiel eigenständige Akademie-Projekt an sein Münchner Metropol. Eine richtige Entscheidung (...)." (Münchner Merkur)

"Dem Darstellertrio, das sich selbst inszenierte, gelingt eine Aufführung von erstaunlicher Vitalität. Was Wolfgang Borchert seinerzeit an authentischer Leiderfahrung und an zorniger Resignation in wuchtigen Expressionismus gehämmert hat, wird hier in nur einer Stunde hoch verdichtet zu einer zeitlosen Anklage einer Jugend im wehrtauglichen Alter. Beckmann erscheint bei Schulte, Lemke und Rosenthal als der Universal Soldier aller Länder, dessen multipel zerrissenes Ego ein leeres Ölfass umtanzt." (Abendzeitung)


 


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Fotos: Jean-Marc Turmes

> Q&A mit P. Lemke, P. Rosenthal und N. Schulte