DIE OPFERUNG VON GORGE MASTROMAS
von Dennis Kelly

Regie und Bühne: Jochen Schölch
Kostüme: Sanna Dembowski
Licht: Hans-Peter Boden

Mit: Butz Buse, Matthias Grundig, Philipp Moschitz,
Judith Toth, Michael Tschernow, Eli Wasserscheid

Produktion und Veranstalter: GbR Jabinger u.a. „Die Opferung von Gorge Mastromas“


Güte oder Feigheit? Während seiner ganzen Jugend entscheidet sich Gorge Mastromas im Zweifelsfall für das moralisch Richtige – und bewegt sich kontinuierlich im oberen Drittel der unteren Hälfte der Beliebtheitsskala. Mittelmaß eben.
Doch mit Ende 20, als sein Arbeitgeber vor dem Ruin steht, bietet sich Gorge die einmalige Chance, den Club der Loser zu verlassen.

In einem spannenden Psychothriller beschreibt Dennis Kelly, wie sich das Leben von Gorge Mastromas ändert, als er beschließt, die Seiten zu wechseln und in die Welt der Global Player einzutreten.

Kellys Stück beschreibt die Brüchigkeit von Moral, setzt hellste Schlaglichter auf die Verfasstheit unserer Gesellschaft, macht das Privateste politisch.

Dennis Kelly (*1968) wuchs mit vier Geschwistern im Londoner Arbeiterviertel Barnet auf. Mit 16 Jahren verließ er die Schule,
arbeitete in Supermärkten und schloss sich einer theaterbegeisterten Jugendgruppe an. Später studierte er Drama und Theater am Londoner Goldsmiths College.
2006 wurde er in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten ausländischen Dramatiker des Jahres gewählt.

Stückdauer: 2 Std. 20 min. (inkl. Pause)

Pressestimmen:

"Das Stück richtet zwar den Blick auf alle Abartigkeiten heutiger Gesellschaft und Politik, hat aber nur einen einzigen Gedanken: Wer sich moralisch richtig verhält, bleibt in unserer Welt Mittelmaß. (...) Jochen Schölch inszenierte das Stück (...) nun am Münchener Metropoltheater. Und wieder wurde ein echter Schölch daraus - mit ganz anderen Akzenten als gewohnt. Ist sonst der Spielablauf, der überraschende Einfall quasi aus dem Nichts, [Schölchs] Domäne, so steht diesmal die Sprache als Ausdruck kompliziertester Vorgänge im Mittelpunkt. In seinem Ensemble von sechs Spielern (...) gibt es keine Schwachstelle. Die bis in die kleinste Pause, bis in jeden Atemzug, jede nach Tonhöhe und Lautstärke genau durchdachte Silbe zeugt von einer Textarbeit, die fast der einer musikalischen Partitur gleichkommt. (...) Selten hört man heute auf einer Bühne eine so klare Artikulation." (MM)

"Gorge Mastromas ist der Protagonist in "Die Opferung von Gorge Mastromas" des britischen Autors Dennis Kelly, das Jochen Schölch am Metropoltheater als reduziertes Figurendrama inszeniert hat. (...) In hohem Tempo treibt Regisseur Jochen Schölch seine Schauspieler zwei Stunden lang über ein mit Flokatiteppich bezogenes Bühnenpodest. (...) [Er] bleibt leise, lässt Bilder des Grauens im Kopf entstehen. (...) Am Ende ist [Mastromas] ein verlorener alter Mann, weder vollkommen abstoßend, noch zu bemitleiden. Ein Opfer des Kapitalismus, das in seinem Reichtum ersäuft. (...) Mastromas kann nicht erlöst werden. Der Zuschauer auch nicht. Was bleibt, ist Betroffenheit." (SZ)

"Kelly formt in seinem 2012 bei den Ruhrfestspielen uraufgeführten Stück einen allzu braven Helden, der umso leichter zur Beute des Raubtierkapitalismus wird. (...) Das Metropoltheater beleuchtet mit diesem Mastromas wieder mal die Untiefen heutiger Arbeitsrealitäten. Jochen Schölch erweist sich dabei erneut als Meister darin, die Reduktion der theatralischen Mittel zur Stärke eines hochspannenden Abends zu machen. Klar gesetzte Lichtwechsel erzeugen die Lebensräume des zum Big Boss degenerierten Gutmenschen, die sechs Darsteller konturieren dazu präzise ihre Figuren. (...) Mastromas bläht seine Lebenslüge immer weiter auf, bis er gewaltsam ihr Platzen verhindern muss. (...) wer sich aus dem Mittelmaß in die Top-Liga des Big Business verführen lässt, dem bleibt nur einsame Dunkelheit." (AZ)

"Autor Dennis Kelly, Jahrgang 1968, stammt nicht gerade aus wohlhabenden Verhältnissen. Ihm ist die Realität der britischen Unterschicht durchaus geläufig. Er kennt die Sehnsüchte des kleinen Mannes, die unerfüllbaren Träume ihrer Frauen. So ist sein Stück eine unmissverständliche Frage zu der Moral unserer Zeit. (...) Jochen Schölch ist es erneut gelungen, mit einer minimalistischen Inszenierung Probleme unsrer heutigen, im Strudel der Finanzmärkte taumelnden Welt deutlich zu machen und mit seiner eindeutigen inszenatorischen Haltung Zeichen zu setzen, ohne ideologisch zu werden und die Kunst des Theaters zu verraten. Und wieder konnten die Zuschauer eine sehr geschlossene Ensembleleistung erleben, in der jeder Einzelne absolut überzeugte. Chapeau!" (theaterkritiken.com)


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der
LH München















Fotos: Hilda Lobinger