Ausgezeichnet bei den Deutschen Privattheatertagen in Hamburg mit dem Monica Bleibtreu-Preis in der Kategorie "(Moderner) Klassiker" und mit dem AZ-Stern der Woche


UNTER DEM MILCHWALD
von Dylan Thomas

Regie: Ulrike Arnold
Mitarbeit Regie: Eli Wasserscheid
Bühne: Julia Ströder
Kostüme: Katja Kirn
Licht: Hans-Peter Boden
Dramaturgie: Katharina Schöfl

Mit: Lena Dörrie, Markus Fennert, Sebastian Griegel, Gerd Lohmeyer, Lisa Wagner/Eli Wasserscheid

Bisher spielten in dieser Produktion auch:
Thomas Meinhardt, Viola von der Burg

Produktion und Veranstalter: GbR Schöfl u.a. „Unter dem Milchwald“


“Oh, isn't life a terrible thing, thank god.”


Anfangen wo es anfängt. Es ist Frühling, mondlose Nacht in der kleinen Stadt, sternlos und bibelschwarz.

Unter dem Milchwald liegt das walisische Dorf Llareggub im Schlaf. In seiner trunkenen Sprache lauscht Dylan Thomas den Bewohnern des Küstenortes ihre Träume ab. Der Kapitän, der Briefträger, die Krämerin, der Totengräber, die Pensionswirtin, der Organist, der Bäcker, der Pastor, die Lehrerin, das Dienstmädchen, die Schulkinder, die Lebenden wie die Toten: Sie alle tag- und nachtträumen von geheimen und offenen Sehnsüchten, belauschen Selbstgespräche, brechen Briefgeheimnisse, phantasieren Giftmorde, vernehmen Stoßseufzer unerfüllter und erfüllter Liebe, lassen sich von den Liedern der Kinder in ihre Erinnerung zurücktragen.

Hört man Unter dem Milchwald, diesem Spiel für Stimmen, des walisischen Dichters Dylan Thomas, der 2014 hundert Jahre alt geworden wäre, nur von Weitem zu, könnte man es für ein pittoreskes Stück über eines langen Kleinstadt-Tages Reise in die Nacht halten. Doch liest man den Ortsnamen von hinten nach vorn, wird aus Llareggub "Bugger, all!", was man noch am anständigsten mit „Alles Aasviecher!“ übersetzen könnte, und man bekommt eine Ahnung von dem lebenssatten Humor, der diese Dichtung durchtränkt.

Mit seiner wuchernden, poetischen Sprache, die auch in der deutschen Übersetzung von Erich Fried ein Ereignis ist, setzt Thomas den verhunzten Einwohnern von Llareggub ein Denkmal. Ein großartiges Gespinst aus banaler Realität, überbordender Lebenslust und trotziger Schwermut. Ein Frühlingstag im Leben einer walisischen Kleinstadt und ein Stück über das Leben überhaupt.

Stückdauer: ca. 110 min. / keine Pause

Pressestimmen:

„Und wie die über vierzig (!) Llaregubber in der Regie von Ulrike Arnold jetzt (Theater-)Fleisch auf die Knochen kriegen, ist wieder ein Vergnügen, das so ganz Jochen Schölchs Freimanner Metropol-Bühne würdig ist. (…) Eine Glanzleistung.“ (MM)

„ (…) dargestellt von fünf enthusiastischen Schauspielern, die in der Regie von Ulrike Arnold im Metropoltheater einen fabelhaften, auch fabelhaft lustigen (...) Abend hinzaubern. (…) Ein wunderbares Theatererlebnis.“
(SZ)

„Ulrike Arnold schafft mit dem Ensemble eine zarte, schwebeleichte, subtile Komik, die der Poesie immer genug Raum lässt. Zwei Stunden Seh- und Hörgenuss.“
(AZ)

„Regisseurin Ulrike Arnold macht in ihrer zauberhaft zart versponnenen Inszenierung am Münchner Metropoltheater alle fünf Darsteller zu Erzählern und lässt sie zugleich in rascher Abfolge zwischen verschiedenen Figuren hin- und herspringen. (...) Eine schwiemelige Drehorgel orgelt, die Drehbühne dreht sich, sichtbar angeschoben von den Darstellern selbst, alles Handarbeit. Beschwerlich sieht das aus, und doch auch leicht, so wunderbar geschmeidig, wie an diesem bestechenden Abend alles ineinander fließt. [Die Schauspieler] zeichnen ihre Figuren mal mit feinem, mal mit gröberem Strich, aber stets stilsicher und meist so subtil-komisch, dass es eine helle Freude ist." (Bayern 2 Kultur)


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München und des Bezirksausschusses 12 Schwabing-Freimann












Fotos: Hilda Lobinger


> Trailer zum Stück

> Bayern 2 - KulturWelt-Kritik 21.01.14

> Video: Rückblick auf die Privattheatertage Hamburg 2014 mit Preisverleihung