Ausgezeichnet mit der tz-Rose der Woche!

Terror
von Ferdinand von Schirach

Regie: Jochen Schölch
Bühne: Thomas Flach
Kostüme: Cornelia Petz
Licht: Hans-Peter Boden


Vorsitzende: Dascha von Waberer
Lars Koch: Christoph von Friedl
Verteidiger: Butz Buse
Staatsanwalt: Matthias Grundig
Christian Lauterbach: Hubert Schedlbauer
Franziska Meiser: Nathalie Schott

Produktion und Veranstalter: GbR Flach u.a. „Terror“

Ich glaube an den gelassenen Geist unserer Verfassung, an ihre souveräne Toleranz und ihr freundliches Menschenbild. Es gibt keine Alternativen, wenn wir als freie Gesellschaft überleben wollen. (Ferdinand von Schirach)


Eine von einem Terroristen entführte Passagiermaschine mit 164 Menschen an Bord nimmt Kurs auf die voll besetzte Münchner Allianz-Arena. Aufgestiegene Kampfflieger der Luftwaffe versuchen, das Flugzeug abzudrängen und zum Landen zu zwingen – ohne Erfolg.
In letzter Minute schießt ein Kampfpilot die gekaperte Maschine gegen den Befehl seines Vorgesetzten ab, alle Flugzeuginsassen sterben.
Der Pilot wird des 164-fachen Mordes angeklagt, sein Fall auf der Theaterbühne verhandelt. Am Ende entscheidet das Publikum, das von Anfang an als Schöffengericht eingesetzt wird, über Verurteilung oder Freispruch des Angeklagten - jeden Abend aufs Neue.

TERROR stellt die schwierigen, die unbequemen Fragen: Ist die Würde eines jeden Menschen im Extremfall doch antastbar? Darf man wenige Menschenleben opfern, um viele Menschenleben zu retten? Wer definiert „wenig“ und wer definiert „viel“? Und fordert der Staat durch ein gesetzlich verankertes Nicht-Eingreifen-Dürfen terroristische Attacken nicht geradezu heraus?

Ein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“ kann es in diesem Fall nicht geben, aber Ferdinand von Schirachs erstes Theaterstück zwingt uns, über unsere ethischen Werte nachzudenken und Stellung zu beziehen.

Stückdauer: ca. 2 Std. 15 min. (inkl. Pause)

Pressestimmen:

Zwei packende Stunden über Moral und Würde
Ohne Furcht vor der Statik einer Dramaturgie, die vor allem von der Prozessordnung getragen wird, vermeidet der Regisseur zu viel Theater und erreicht gerade damit eine Intensität und einen Sog, die niemanden kalt lassen. Die Sensation liegt in der unspektakulären , aber dichten Figurenzeichnung des Ensembles.“
(AZ)

"Das Publikum erhält eine fast perfekte Illusion. Dies wird durch das naturalistische Spiel der Darsteller genährt, das in seinen besten Momenten an Ironie grenzt und den Realismus befreiend durchbricht." (MM)

"Die Bühne wird in der Tiefe begrenzt von einer publikumbesetzten Tribüne, und gegenüber sitzt Publikum in den normalen Theaterreihen. Das funktioniert als Schauplatz perfekt. Alle wissen, dass noch etwas von ihnen erwartet wird und hören den Argumenten (...) konzentriert zu, denn sie sollen am Ende ihr persönliches Urteil abgeben. (...) Der Theaterabend  besteht aus den verschiedenen Argumenten zur Sache. Hoch spannend. Man erlebt, wie man selber immer wieder schwankt. Das Urteil ist nicht leicht zu fällen. (...) Jochen Schölchs Inszenierung passt geradezu gespenstisch genau in die politische Lage dieser Tage und Wochen. (...) Man kann [das Stück] vom Schüler bis zum Rentner praktisch jedem empfehlen." (tz)

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats
der LH München


 




Fotos:  Hilda Lobinger

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