THEOPHANU oder die unsichtbare Hand

Text und Lieder: Viola von der Burg
Sound und Klangkomposition: Andreas Lenz von Ungern-Sternberg
Licht: Tobias Zohner

Mit: Viola von der Burg und Andreas Lenz von Ungern-Sternberg

Produktion: Viola von der Burg
Veranstalter: Metropoltheater gGmbH


Man erwartet nicht das Ende der Zeit, sondern eine Wende der Zeit, die zur Vollendung der Schöpfung führt; keine andere Welt, sondern diese Welt anders; kein Leben im Himmel, sondern den Himmel auf Erden; kein Ende der Zeit, sondern ein Ende des Leids in einer Zeit ohne Ende.

(Klaus Koenen zum Begriff 'Eschatologie', der Lehre von den letzten Dingen)

Gezwungen durch die Wirren der Vorkriegszeit verlässt Theophanu ihr Heimatland. Auch ihr Mann gab stillschweigend zu verstehen, dass ihr „Weggehen“ die beste Lösung sei.
In Rotterdam angekommen, versucht sie Fuß zu fassen, doch die Verfolgung bleibt ihr treu und sie flüchtet in ein am Kanalufer stehendes leeres, großes Holzfass.

Das aufgezwungene Fortgehen wird für Theophanu zu einer Geduldsprüfung - nicht aufgeben, keine Erklärungen suchen, das Unerklärliche hinnehmen, nicht mehr finden wollen, sich dem Lauf der Dinge anvertrauen.

Eine Reise ins Ungewisse – eine ewige Reise...

Seit Eröffnung des Theaters 1998 spielt Viola von der Burg den „Teufel“ in der Produktion „The Black Rider“. Nun bringt sie mit der Lesung ihres Textes „Theophanu oder die unsichtbare Hand“ zum ersten Mal einen Solo-Abend auf die Bühne des Metropoltheaters.
Im intimen Rahmen des Café Metropol nimmt sie das Publikum mit auf eine surrealistisch-spirituelle Reise, ton- und klangatmosphärisch begleitet von Andreas Lenz von Ungern-Sternberg, musikalischer Leiter der „Black-Rider“-Aufführungen und langjähriger Weggefährte.

Stückdauer:  ca. 100 min. / keine Pause

Pressestimmen:

„(...) Viola von der Burg sitzt in der Bar des Metropoltheaters auf einem Stuhl und liest einfach. Liest die Geschichte von Theophanu, einer Jüdin, die Deutschland gerade noch rechtzeitig verlässt. Einzig mit dem Mittel der Sprache und durch ihr Sprechen gelingt es von der Burg, einen gewaltigen Sog zu erzeugen, ein phantastisches Hörspiel zu veranstalten, das die Zuhörer gespannt verstummen lässt. Viola von der Burg hat - und das ist wirklich bemerkenswert - [den Text] selbst gschrieben. In lebendigen Bildern schildert sie versiert aus der Ich-Perspektive die Flucht einer Jüdin aus Frankfurt. Sie findet konkrete Worte für das, was im Herzen dieser Frau vorgeht, die ihren Partner zurücklassen muss, weil sie überleben will. Unsentimental und doch berührend.“ (SZ)

"Viola von der Burg ist ein Text gelungen, der aus mythischen Fernen zu kommen scheint, aber immer auch konkret verortet ist. Märchenmotive verbindet sie leichthändig und unaufdringlich mit dem Fremdheits- und Unbehaustheits-Gefühl unserer Tage (...). [Sie] hat sich wieder mit ihrem alten Mitstreiter, dem Musiker Andreas Lenz von Ungern-Sternberg, verbunden, der sich mit einer zarten, manchmal dramatischen, immer einfallsreichen elektronischen Musik genau in die Emotions-Ebenen der Autorin einfühlt. Die spricht ihren sehr persönlichen Text klar, unsentimental und nimmt ihr Publikum mit auf eine fremd-schöne (...) Reise." (tz)

"Im angebauten Fünfzigerjahre-Café hält uns jetzt Viola von der Burg, ganz offensichtlich auch ein Schreib-Talent, mit ihrem Solo-Abend (...) in Bann. Lesend taucht sie als 'Ich-Erlebende' mit jeder Faser ein in diese Geschichte einer 1938 von Frankfurt nach Rotterdam fliehenden jungen Sängerin. (...) In Viola von der Burgs vorwärts hetzender Stimme wird man zum Mitfühlenden der Angst dieser Frau, ihres durch das Gejagtsein schmerzhaft erlittenen Verlustes 'der Person, die sie mal war'. (...) Ihr Text strebt danach, die Theophanie - das Erkennbarwerden (der unsichtbaren Hand) Gottes - poetisch anzudeuten. Und wenn auch vage verortet im Zeitraum des Nationalsozialismus, ist diese Geschichte (...) letztlich eine Metapher für die Odyssee der Juden bis zu ihrer Ankunft im ersehnten Jerusalem." (MM)





Foto: Viola von der Burg, Christine Steiner, Tomek Wieczor

> Interview mit Viola von der Burg