ZWEI ALTE MIMEN WARTEN
IN DER KANTINE AUF ...?
Eine Possenreißerei von Elmar Golem

Regie: Rüdiger Hacker
Bühne: Nikol Voigtländer
Kostüme: Ellen Hoff
Licht: Hans-Peter Boden
Ton: Philipp Kolb

Mit: Rüdiger Hacker und Gerd Lohmeyer

Stimmen aus dem Off: Viola von der Burg, Erik Hansen, Philipp Kolb

Produktion und Veranstalter: GbR Schölch u.a. "Zwei alte Mimen"


Zwei alte Schauspieler haben in ihrer über 100jährigen Theatererfahrung noch keinen einzigen Beckett gespielt und sind für „Warten auf Godot“ besetzt. Sie sind Feuer und Flamme, erhoffen sich nochmals die große Chance, doch aus unerklärlichen Gründen platzt die Produktion.
Jetzt sitzen sie in der trostlosen Theaterkantine und warten auf … - ja, auf was eigentlich? Ein neues Stück? Den nächsten Regisseur? Einen weiteren „Godot“? Ein anderes Theater? Auf Antworten auf die Fragen nach dem Sinn des Lebens und des Theaters? Oder warten sie auf den Tod?
Es ist leichter, wirklich zu sterben, als den Tod gut zu spielen.

Existenzphilosophische Fragen werden abgelöst von wüsten Beschimpfungen bestimmter Auswüchse des Gegenwartstheaters, man gibt sich stockreaktionär und äußerst progressiv, schwankt zwischen plattesten Theaterkantinenwitzen und phantastischen Utopien, tiefer Verzweiflung und billigster Klamotte. Was ist noch Spiel, was schon Todesangst?

"So lange Menschen leben und sterben und den Tod fürchten, wird es Theaterspiel geben. Das ganze Theater – ob Posse oder Tragödie – ist Totentanz.“

Der Autor, den beiden Mimen wohlbekannt, nennt das Stück „eine Possenreißerei nur für Theatermenschen und solche, die es (nicht) werden wollen.“

Mit ZWEI ALTE MIMEN... erfüllen sich Rüdiger Hacker und Gerd Lohmeyer einen langgehegten Wunsch - endlich einmal gemeinsam auf der Bühne... zu warten.

Stückdauer:  ca. 115 min (inkl. Pause)

Pressestimmen:

Der Schattenbruder Godots spukt beharrlich durch das Stück. Mit dem haben sich Lohmeyer und Hacker, die noch nie zusammen auf der Bühne standen, einen Wunsch erfüllt und uns ein Geschenk gemacht. (...) Sie granteln herrlich als zwei Mimen, die ausgedient haben, (...). Unter Hackers Regie werfen sie sich immer wieder köstliche Pointen zu in der witzig wehmütigen, rundum liebenswerten Theaterhommage (...). Wie Lohmeyer schlitzäugig verschmitzt lächelnd Bosheiten ausspuckt, in sich versinkt und verloren versonnen ins Nichts blickt, ist hinreißend. Hacker trumpft als ein fantastischer Erzähler auf, fällt auf die Knie und in Ohnmacht, während er schildert, wie ihm der Seher Teiresias mit Dackel erschienen ist. Übermütige Komik wechselt sich ab mit leiser Melancholie in einer Inszenierung, durch die das unerbittlich näher rückende Ende geistert, hinter dem es keinen Anfang mehr gibt. Doch Abschied nehmen will man von diesen wunderbaren Schauspielern noch lange nicht." (SZ)

"Man muss sich direkt vorsehen, Jochen Schölchs Münchner Metropoltheater nicht ständig zu loben.
Aber Fakt ist nun mal Fakt: „Zwei alte Mimen warten in der Kantine auf…?“, soeben uraufgeführt, ist wieder einmal eine Sternstunde. (...) Da kriegt der eher auf Schaulust und Handlungsprickeln eingestellte Zuschauer eine Ahnung von diesem Seelen-auffressenden Beruf – aber ironisch-heiter serviert. (...) Wie die Schauspielkämpen Hacker und Lohmeyer als die beiden Verlierer, gleichsam gefangen in diesem nackten Raum mit seinen (auch eine Illusion) rundum an die Wand gemalten Stühlen, plötzlich so ungebraucht in die nun nicht mehr verplante, in die „leere“ Zeit hineintreiben, ist wundersamerweise: spannendes Theater. (...) Die Logik irgendwann abgeschaltet, folgt man diesen beiden Rattenfängern bis hin zu der surreal halluzinierten Begegnung mit dem blinden Seher Theresias – Theater ist ja eh grundsätzlich Illusion. Man folgt Sprechtempo und -Rhythmus und erkennt in der darauf abgestimmten Geste, im weit nach innen reisenden Blick die Melancholie über das so schnell vorbeigegangene Leben." (Münchner Merkur)



 



Fotos: Jean-Marc Turmes

> Q&A mit Rüdiger Hacker
und Gerd Lohmeyer